Ein Infoabend von Stadtfieber
Die Heizkosten werden steigen. Diese Sorge vereint alle Anwesenden an diesem Abend. Nur wieviel droht? Und was kann getan werden?
Stadtfieber, die Bürgerinitiative für ein lebenswerteres Offenbach, hat zu einem Infoabend geladen. Das Thema ist die Wärmewende und notgedrungen etwas die Bundespolitik und das Weltgeschehen. Der Raum im Freiwilligenzentrum ist dementsprechend gut gefüllt.

Es geht los mit den Erkenntnissen der Stadt Offenbach selber: Über 50% der Heizungen, nach deren Daten, sind älter als 20 Jahre. Wobei 20 % älter sind als 30 Jahre und damit einem Betriebsverbot unterlägen. Etwa 63% des Gebäudebestands wurde vor 1979 errichtet. Ab 1979 gelten strengere Baustandards, die schon jetzt eine wirtschaftliche Umstellung auf Wärmepumpen ermöglichen. Geheizt wird inn Offenbach primär mit Erdgas. Abgeschlagen folgen Fernwärme (aus Kohle, Müllverbrennung und Erdgas) und Heizöl.
Wie kommt man also davon weg? Dies hänge individuell vom Alter der eigenen Heizung, dem Sanierungszustand des Gebäudes und den eigenen finanziellen Mitteln ab. Und davon ab, ob man Mieter oder Eigentümer des Wohnraums ist. Gerade Hauseigentümer sollten bei ihren Investitionen im Auge behalten, dass die Energiepreise von gestern in der Zukunft eher nicht mehr gelten werden. Tendentiell sei ein früher Umstieg am enspanntesten, so die Stadtfieber-Referentin Selina Müller. Von wasserstofffähigen Gasheizungen rät sie dringend ab. Wasserstoff wird woanders dringender gebraucht, ist knapp und damit teuer.
Im zweiten Teil ging es dann in den Austausch. Fachlich begleitet vom eingeladenen Bündnis Wärmewende Frankfurt in Person von Maurice Fischer.
„Ist Geothermie eine Alternative zur Wärmepumpe?“: „Ja, falls Potential dafür im Untergrund vorhanden ist.“
„Wie zufrieden seid ihr bei euch in Frankfurt mit der Bürgerbeteiligung zur Wärmeplanung?“ „Absolut nicht zufrieden. Die Menschen, selbst klimaaktive Leute, kriegen kaum etwas mit.“; „Was bedeutet die Grüngasquote?“ „ Wenn das kommt wird es unnötigerweise extrem teuer. Insbesondere für Mieter.“
Das Für und Wieder der Rechenzentren im Rhein-Main-Gebiet wiederum wurde lebhaft diskutiert. Allen war aber wichtig, dass sie nur dort entstehen sollten, wo ihre Abwärme genutzt werden kann.
Es war ein langer Abend. Und eins ist kristallklar. Es gibt einen erheblichen Informationsbedarf, den Stadtfieber nun versucht mit einem ersten Selbstcheck zu begegnen.
Die vollständige Stadtfieber Präsentation von dem Tag.
Die seit Anfang März verfügbaren Unterlagen der Stadt Offenbach:
https://stadtfieber.org/wp-content/uploads/2026/03/OF-Waermeplanung-Bestandsanalyse.pdf
https://stadtfieber.org/wp-content/uploads/2026/03/OF-Waermeplan-Entwurf-Anhang-1.pdf
Den Selbstcheck und weiterführende Links mit tieferen Informationen zur Orientierung findet Ihr unserem anderen Beitrag:





